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Interim ESG-Management

Wie Unternehmen mit Interim ESG-Management personelle Engpässe überbrücken und ihre ESG-Strategie erfolgreich weiterentwickeln 

 

Ein Unternehmen, das heute ambitionierte Nachhaltigkeitsziele hat, kann morgen handlungsunfähig sein, nicht weil der Wille fehlt, sondern weil das Fachwissen nicht da ist. Was lange wie ein lösbares HR-Problem wirkte, ist für viele Nachhaltigkeitsteams zur strukturellen Herausforderung geworden. Zwei Situationen, die es greifbar machen: 

  • Regulatorische Deadline, fehlendes Fachteam: Ein mittelständischer Industriebetrieb muss bis Ende des Geschäftsjahres seinen ersten CSRD-konformen Nachhaltigkeitsbericht vorlegen. Der Head of Sustainability verantwortet das Projekt allein – die einzige Kollegin, die die Systematik kennt, ist im Mutterschutz. Das Unternehmen hat externe Beratung beauftragt, die aber von außen arbeitet, ohne Wissenstransfer ins Team. 

  • Strategieprojekt ohne interne Umsetzungskompetenz: Ein Unternehmen im Bereich Konsumgüter hat eine ambitionierte Scope-3-Dekarbonisierungsstrategie verabschiedet. Doch wer setzt sie um? Das interne Team ist mit dem Tagesgeschäft ausgelastet, eine neue Vollzeitstelle ist budgetär nicht gedeckt. Bis eine geeignete Person gefunden und eingearbeitet ist, vergehen Monate. 

Laut einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) fehlen in Deutschland schon heute rund 65.000 Fachkräfte allein im Bereich Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit: Tendenz steigend*. Gleichzeitig wächst der regulatorische Druck: CSRD, EU-Taxonomie, CSDDD, ESRS – die Anforderungen ändern sich schneller, als klassische Recruiting-Prozesse reagieren können. 

Das Ergebnis: Nachhaltigkeitsteams geraten in eine Zwickmühle. Und wer nicht handelt, riskiert mehr als nur Verzögerungen. 


Interim ESG-Management: Was steckt dahinter? 

Ein Interim ESG-Management ist die gezielte Einbettung einer spezialisierten Fachexpertin oder eines spezialisierten Fachexperten direkt in Ihre Organisation – für einen definierten Zeitraum von typischerweise drei bis zwölf Monaten. Der entscheidende Unterschied zu klassischer Unternehmensberatung: Der Experte oder die Expertin arbeitet als Teil Ihres Teams, nicht von außen. 

Das bedeutet: Kein externer Report, der im Nachgang umgesetzt werden muss. Keine Empfehlungen ohne Kontext. Stattdessen: echte operative Mitarbeit, direkter Wissenstransfer und der Aufbau von internen Fähigkeiten von innen heraus. 

Interim ESG-Management unterscheiden sich in drei wesentlichen Dimensionen: 

  • Kapazität: Dedizierte Arbeitskapazität für Transformationsprojekte oder regulatorische Anforderungen. Ihr internes Team wird dadurch entlastet und muss nur die für Abstimmung, Zusammenarbeit und Wissenstransfer notwendige Zeit einbringen. 

  • Wissenstransfer: Der Experte oder die Expertin dokumentiert nicht nur Ergebnisse, sondern gibt Fachwissen durch gemeinsame Arbeit, Workshops und direkte Zusammenarbeit weiter. Die Zusammenarbeit liefert nicht nur Ergebnisse, sondern verankert zusätzlich relevantes Fachwissen und neue Kompetenzen in Ihrem Team. 

  • Mentoring: In 1:1-Formaten baut die eingebettete Fachkraft gezielt die Fähigkeiten Ihrer internen Mitarbeiter*innen auf. Das Ziel: Ihr Team soll am Ende des Einsatzes eigenständiger sein als davor, von einer Einordnung der Regulatorik über die Strukturierung des Nachhaltigkeitsmanagement anhand internationaler Standards wie SBTi und ISO-Normen bis hin zur prüffähigen Erstellung einer Treibhausgasbilanz. 

Damit unterscheidet sich das Konzept klar von klassischer Unternehmensberatung (projektbasiert, extern) und von Zeitarbeit (kein strategisches Fachwissen, keine Befähigung des Teams). 


Warum die Kapazitätsfrage zur Strategiefrage wird 

Fünf Treiber machen Interim ESG-Management heute zur strategischen Option für Unternehmen in Transformationsphasen: 

1. Regulatorische Komplexität wächst schneller als Recruiting-Prozesse abgebildet werden: CSRD, ESRS, EU-Taxonomie, CSDDD – die Anforderungen sind umfangreich, spezifisch und unterliegen laufenden Aktualisierungen. Unternehmen, die darauf mit klassischen Einstellungen reagieren, hinken strukturell hinterher. Wer nicht compliant ist, riskiert in Deutschland Bußgelder bis zu 10 Mio. Euro oder 5 % des Jahresumsatzes sowie den Ausschluss von EU-Ausschreibungen und Finanzierungen**. 

2. Spezialisierte Expertise, wenn sie gebraucht wird  
Spezialisierte Nachhaltigkeitsexpertise ist knapp und nicht für jeden Bedarf dauerhaft sinnvoll. Mid-Market-Unternehmen (500 – 5.000 Mitarbeiter*innen) in Wachstums- oder Transformationsphasenbrauchen dieses Wissen oft für begrenzte Zeit: für ein Projekt, einen Reporting-Zyklus, eine strategische Phase. 

3. Klassische Beratung hinterlässt keine nachhaltige Wirkung 
Externe Berater*innen bringen Expertise, aber sie nehmen sie auch wieder mit, wenn das Projekt endet. Der organisationale Lerneffekt bleibt aus. Dieser Wissensabfluss kostet Unternehmen langfristig oft mehr, als der initiale Beratungseinsatz einspart. 

4. Interne Mehrbelastung gefährdet Qualität und Motivation 
Wenn eine Schlüsselperson im Team wegfällt, verteilt sich ihre Arbeit auf die verbliebenen Kolleg*innen, teilweise auch in Fachbereichen, für die sie nicht ausgebildet sind. Das Resultat: Überlastung, Qualitätsverluste und im schlimmsten Fall weitere Fluktuation. 

5. Geschwindigkeit entscheidet über Wettbewerbsposition 
Wer Nachhaltigkeitstransformationen schneller angeht als der Wettbewerb, stärkt Lieferkettenpositionen, sichert Finanzierungszugang und gewinnt Reputation bei Kunden und Kapitalgebern. Wer wartet, gibt diesen Vorteil ab


Wo Knowledge Transfer Placements ansetzen – drei Handlungsebenen

Die Wirkung einer eingebetteten Fachkraft entfaltet sich nicht auf einer einzigen Ebene. Je nach Ausgangslage Ihres Unternehmens sind unterschiedliche Ansatzpunkte sinnvoll: 

  • Strategische Ebene: Der Experte oder die Expertin führt Transformationsprojekte, etwa die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie oder eines Climate Transition Plans, und schafft dabei langfristig stabile Strukturen im Unternehmen. Er oder sie übernimmt Verantwortung, nicht nur Beratung. 

  • Operative Ebene: Auf der operativen Ebene werden Projekte konkret umgesetzt: Reporting-Prozesse aufbauen, Daten konsolidieren, Lieferketten analysieren. Die eingebettete Fachkraft ist keine zusätzliche Kontrollinstanz, sondern ein handlungsfähiges Teammitglied. 

  • Governance und interner Wissensaufbau: Die Fachkraft dokumentiert Best Practices, schult interne Mitarbeiter*innen und sorgt dafür, dass das aufgebaute Wissen nach dem Einsatzende im Unternehmen bleibt. So entsteht echte organisationale Resilienz, nicht nur Projektergebnisse.

 

Wie die Sustainable AG Unternehmensberatung Sie dabei unterstützt 

Knowledge Transfer Placement ist ein horizontales Angebot der Sustainable AG Unternehmensberatung: Wir stellen Expert*innen aus allen Bereichen unseres Leistungsportfolios bereit – von Nachhaltigkeits- und Klimastrategien über Scope-3-Dekarbonisierung bis hin zu Reporting und Compliance. 

Der Einsatz beginnt mit einer gemeinsamen Bedarfsanalyse: Wo liegt die konkrete Kapazitäts- oder Wissenslücke? Was soll am Ende des Einsatzes anders sein, sowohl im Projekt als auch im Team? Darauf aufbauend definieren wir gemeinsam Einsatzdauer, Profil und Ziele. 

Was unsere Kunden dabei unterscheidet: Sie zahlen nicht für externe Präsenz, sondern für messbaren internen Fortschritt. Unsere Expert*innen arbeiten so, dass sie sich überflüssig machen, und das ist das Ziel. 

Wenn Sie wissen möchten, ob ein Knowledge Transfer Placement für Ihre aktuelle Situation der richtige Schritt ist, sprechen Sie uns gerne an. 

 

Ihr Ansprechpartner:

Hendrik Marx-Altkuckatz, Sustainable AG Unternehmensberatung
Kontakt: Hendrik.Marx-Altkuckatz@sustainable.de

 

Quelle: 

* Institut der deutschen Wirtschaft (IW) (2024). Fachkräftemangel in der Nachhaltigkeitswirtschaft. https://www.iwkoeln.de 

 

Veröffentlicht am
18.09.2026
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